Iskarn wird das Land im Nordosten von Kordath genannt. Es ist durch die hohen Cyranberge vom restlichen Kontinent getrennt. Die Region reicht von den Bergen bis zur Fjordküste und liegt in einer kühlen Klimazone mit schneereichen Wintern und kurzen Sommern. Unter der Fjordküste gibt es eine Strömung, die verhindert, dass das Meer und die Fjorde im Winter dort zufrieren, obwohl die Temperaturen dafürsprechen würden. Das Hinterland ist dicht mit Wäldern bedeckt, die auch weit hinauf in die Cyranberge reichen. Dieses große Waldgebiet zwischen Bergen und Küste wird „Orskeld-Wälder“ genannt.
An der Küste und im direkten Hinterland dazu leben die Skeldar. Sie sind ein Volk von Seefahrern und Fischern, die die Flüsse, Fjorde und das Meer an der Küste befahren. Sie verwenden dafür Langboote mit vielen Rudern, die größeren auch mit einem Segel und geschnitzten Drachen am Bug. Die Skeldar halten viel von Eiden, Schwüren und Blutfehden, wenn die ersteren nicht gehalten wurden. Sie haben keine überregionale Regierung, jedes Dorf wählt am Skelding den oder die Haldrin, ihre/n Anführer*in. Zwischen den einzelnen Dörfern kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, die oft auch mit der Klinge gelöst werden. An der Fjordküste gibt es deswegen auch viele Söldner, die ihre Dienste anbieten und ein gutes Auskommen haben. Besonderes Ansehen genießen die Skalden an der Fjordküste. Diese Geschichtenerzähler bewahren und verbreiten die Lieder aus alten und neuen Zeiten, die Geschichten der Fjorde und die Sagas der großen Helden. Fast jeder Skeldar träumt davon einmal in einem Skaldenlied vorzukommen.
In den Orskeldwäldern leben die Skogrim. Sie bewohnen kleine Dörfer tief im Wald und leben von Ackerbau und Viehzucht, vom Sammeln und Jagen. Durch ihre Verbundenheit mit den Wäldern haben sie große Kenntnisse über die Natur angesammelt. Diese Kenntnisse setzen sie vor allem in der Heilkunde um. Natürlich findet man unter ihnen auch ausgezeichnete Waldläufer, denn was andere als finstere Wälder bezeichnen, war schon ihre Spielwiese, als sie noch Kleinkinder waren. Eine Besonderheit der Skogrim ist ihre Verbindung zu den Tiergeistern. Die sogenannten Dyrgar unter ihnen tragen sogar einen solchen Tiergeist in sich, der sie mit besonderen Fähigkeiten ausstattet. Viele der Dyrgar sind wilde Kämpfer und werden außerhalb der Wälder gerne als „Barbaren“ bezeichnet. Die Maerag haben diese Bezeichnung als ehrenhaften Titel für ihre Kämpfer übernommen.
In den nördlichen Ausläufern leben die Maerag, ein Volk von Bergbewohnern und Bergleuten. Sie treiben Stollen in die Erde, bauen große Häuser aus Stein und verarbeiten die Erze der Berge. Sie betreiben kaum Landwirtschaft, dafür aber viel Viehzucht und vor allem singen sie viel. Ihre Schmiede und auch ihre Lederer sind in ganz Iskarn berühmt, ebenso ihre Barden. Während magische Runen in ganz Iskarn verbreitet sind, sind die Maerag vor allem für ihre steinernen langlebigen Runen bekannt. Sie sind ein strebsames und aufrechtes Volk, so stark und unbeugsam, wie die Berge mit denen sie sich tief verbunden fühlen.

Das vierte Volk in Iskarn ist ein heimatloses, nomadisches Volk. Die Gweryn ziehen mit ihren Hundeschlitten (im Sommer mit Rädern statt Kufen) durch das ganze Land. Sie kommen von der Küste bis zu den entferntesten Siedlungen der Maerag und bringen Kunde von anderen Gegenden mit. Sie sind ein verschlossenes Volk, deren Kultur eng mit den Aschehunden verbunden ist. Doch sie haben eine besondere Gruppe von Leuten, die mit den anderen Völkern redet, nämlich Gaukler. Die Spielleute, Jongleure, Puppenkünstler und Akrobaten sind es, die Nachrichten erfahren, Handel abschließen und generell den Kontakt zum restlichen Iskarn pflegen. Berühmt sind die Gweryn auch für ihre Hundeführer und ihre Hexen. Hexen sind zwar wie Runenmeister in ganz Iskarn verbreitet, aber denen der Gweryn sagt man oft auch große prophetische Gaben nach. Meistens ziehen die Gweryn in kleinen Sippenverbänden unbemerkt durch das Land bis plötzlich eines morgens die Zelte ihrer Gaukler vor dem Dorf stehen und Musik und Gelächter herüberhallt.
Das sind die vier Völker, die Iskarn bewohnen. Unter ihnen finden sich alle Spezies von Arvenis und keine hebt sich irgendwie von den anderen ab. Die Völker leben großteils friedlich nebeneinander, vermischen sich in manchen Orten auch. Auf einem Marktplatz an der Küste sind ein Gaukler der Gweryn, ein Waldläufer der Skogrim oder ein Handwerker der Maerag kein seltener Anblick. Für den Handel benutzen sie Bronzemünzen („Ore“), Silbermünzen („Silfr“) und selten Goldmünzen („Gull“).
Natürlich gibt es in der Region immer wieder Konflikte, doch die bleiben klein, meist nur auf 2 oder 3 Dörfer bezogen. Nur die Skeldar, immer auf der Suche nach Ruhm, haben eine stärkere kriegerische Kultur. Aber im Großen und Ganzen ist das Leben im Norden von Kordath schwer genug, man muss Ärger nicht auch noch suchen. Denn Ärger taucht immer wieder auf, sei das in Form von (Blut-) Fehden, Banditen, Landplagen wie Sumpflingen oder Pilzlingen, gefährlichen Trollen oder gar magischen Wesen. Und natürlich bietet auch die Natur genug Gefahren: Flutwellen, Überschwemmungen, Muren, Schneestürme, harte Winter und mehr.
Aus dieser barschen Welt kommen eure Charaktere und begeben sich auf die Suche nach Ruhm, Reichtum und so manch anderen Zielen. Werden die Skalden dereinst ihre Sagas singen? Werden die Mythenjäger eingehen in die Chroniken von Arvenis? Es ist an euch!

